Wie Connys Baby­puppe einen neuen Namen bekam

von Reingard Eberhard

Es war in der Mitte der 80-er Jahre. Unsere Tochter Conny spielte damals beim Krippenspiel im Heilig-Abend-Gottesdienst in der St. Matthäuskirche die Maria. Sie war im Grundschulalter und sehr stolz, dass sie praktisch die „Hauptrolle“ spielen durfte. Es war eine wunderschöne Holzkrippe in der Kirchengemeinde vorhanden, aber kein Jesuskind. Conny schlug vor, ihre Babypuppe von zu Hause mitzubringen. Der Pfarrer hatte nichts dagegen. Also lag ihre Puppe im Strampelanzug in der Holzkrippe. Der Gottesdienst war sehr bewegend. Hinterher nahm sie die Puppe in den Arm und wir verließen zusammen mit den vielen Besuchern die Kirche. Gerade als wir aus der Türe herausgingen, war sie noch voller Euphorie und warf ihre Puppe ein paar Mal hoch in die Luft und rief dabei ganz laut: „Jesus, Jesus, Jesus!“ Alle Leute drehten sich sofort um und schauten zu ihr hin. Sie bemerkte das gar nicht in ihrem Überschwang. Ich wusste nicht, soll ich lachen oder im Erdboden versinken.

Die Puppe sitzt heute noch bei uns zu Hause auf einem Bett im Gästezimmer und heißt seit diesem Weihnachtsfest Jesus.

Die Geschichte hat sich wirklich so zugetragen.