Einstmals in der Kirche St. Blasius – Zuchering

von Christa Kleebinder-Bast

Ingolstadts verwunschene Weihnachtsgschichte Nummer 15

In der Zucheringer Kirche St. Blasius ist jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit die wunderschöne Weihnachtskrippe des Abensberger Sebastian Osterrieder aufgebaut. Er ist ein bekannter Bildhauer und Künstler und gilt als der Mann, „der die Weihnachtskrippe wieder neu entdeckte“.

Vor dieser Krippe steht eines Tages die Anni-Oma mit Ihrem 2-jährigen Enkel Paul am Arm andächtig vor der Weihnachtskrippe und betrachten sie. Ganz leise flüsternd unterhalten sie sich über das Weihnachtsgeschehen; dargestellt durch die Figuren im Stall.

Da kommt eine junge Mutter mit ihrer ebenfalls etwa 2-jährigen Tochter in die Kirche. Sie trägt das Mädchen auf dem Arm und nähert sich der Krippe an. Das kleine Mädchen und die Mutter unterhalten sich sehr laut über die Geburt Christi. Das stört den kleinen Paul und auf einmal wird ihm der Lärm zu bunt!

Er beugt sich zu dem Mädchen, klopft ihr auf die Schulter und erklärt ihr: „Du muast stad sei, as Jesulein schlaft.”

Da Josef hat zu alle gsagt: – „Pssst, stad sei – zum Ochs, zum Esel, zum Hund und de Schafe von de Hirten, und zur Katz wiars vorbeigschlicha is. Alle miass´n stad sei! Nachad konnst a du stad sei, wenn as Jesulein schlafa möchte.“

Mutter, Kind und Oma sind verdutzt und peinliche berührt. Keiner weiß so recht was er sagen soll. Die Mutter verlässt daraufhin schnell mit ihrem Kind die Kirche.